China verbietet "Brokeback Mountain"
Trotz
der Tatsache, dass Ang Lee aus Taiwan stammt und sein Film "Brokeback
Mountain" Preise über Preise abräumt - erst gestern wurde er acht Mal
für den Oscar nominiert - , ist "Brokeback Mountain" der Zensur in
China zum Opfer gefallen. Der Grund: Der schwule Kontext.
Die
chinesische Nachrichtenagentur Xinhua News Agency berichtete, dass das
Thema des Films, die gleichgeschlechtliche Liebe, zu sensibel sei, als
dass der Film in den chinesischen Kinos gezeigt werden könne. Der Film
über zwei Cowboys, die ihre leidenschaftliche Liebe trotz ihrer
respektierten Ehe über mehrere Jahre leben, erhielt den Goldenen Löwen
in Venedig, wurde als Bester Film in Toronto geehrt, erhielt
Filmkritiker-Awards, 4 Golden Globes und ist gestern als Krönung des
Ganzen acht Mal für den Oscar nominiert worden.
Und am Samstag wurde Ang Lee von der Organisation "Directors Guild of
America" honoriert. Dass China nun seinen Film verbietet, ist mit einem
Anflug bitterer Ironie verbunden, hatte Ang Lee doch im letzten Monat
bei seiner Promotion-Tour in Hong Kong erklärt, dass das asiatische
Publikum eher einen Gay-Kontext akzeptieren könne als das
amerikanische. In den USA wird der Film von konservativen Christen
trotz der vielen Preise knallhart geschnitten und angegriffen. In China
ist das Thema Homosexualität allerdings nach wie vor ein Tabu.
Offiziell geht man davon aus, dass in China 40 Millionen Homosexuelle
(bei ca. 1,2 Milliarden Einwohnern) leben. Menschenrechtsorganisationen
glauben allerdings, dass es weitaus mehr sind.

