Wie schwul ist der Profi-Fußball?
Der
53-jährige Corny Littmann, auch über die Grenzen von Hamburg hinaus
bestens bekannt, ist nicht nur schwul, sondern auch der Präsident des
Kult-Klubs St. Pauli. Littman bricht jetzt ein Tabu und behauptet frech
in einem Interview mit der "Welt": "Es gibt Homosexuelle in allen
Bundesliga-Klubs und meiner Kenntnis nach auch in der
Nationalmannschaft.«
In
den 40 Jahren deutscher Bundesliga gab es nur einen einzigen als schwul
geltenden Spieler bei den Profis: Heinz Bonn, der bis 1973 beim HSV
spielte und 1991 von einem Stricher erstochen wurde. Laut "bild.online"
sei das statistisch gar nicht möglich, zieht man das statistische
Rechenbeispiel durch, müssten mindestens 40 der 800 deutschen
Fussball-Profis in der 1. und 2. Liga auch mal Männer geliebt haben.
Littmann erklärte gegenüber dem Boulevardblatt "Bild", (das sicher gern
ein paar Namen von Littmann bekommen hätte): "Wenn sich jemand outen
möchte, muß er das von sich aus tun. Jemanden zu outen, finde ich
widerwärtig. Sicher ist, dass ich schwule Profis kenne. Und das nicht
nur vom Hörensagen.«
Und Littman weiss um das Tabu im Profi-Fussball, das nicht nur in
Deutschland existiert: »Der soziale Druck nach einem Outing wäre für
den Spieler nicht auszuhalten... Ich würde einem Spieler allein nie
dazu raten, oute Dich. So etwas geht im deutschen Profi-Fußball
höchstens, wenn sich eine Gruppe von 20 Männern zusammentut und
gemeinsam zur Homosexualität steht.« Auch Werner Polenz vom Berliner
Hertha-Fanclub "Junxx" weiss um das Doppelleben einiger Fussballer.
Polenz: "Für unsere Akzeptanz wäre es schön, wenn sich einige outen
würden.«

