Iran und USA gegen Gay Organisationen
Wie
ein Pressebericht der UN bestätigte, wurde der Antrag der
internationalen Gay-Organisation ILGA und der dänischen
Gay-Organisation LBL auf UN-Beraterstatus als
Nichtregierungsorganisation vom Wirtschafts- und Sozialausschuss der UN
(ECOSOC) vorgestern abgelehnt.
Die
Ablehnung erfolgte ohne eine Anhörung, die üblicher Weise bei solchen
Anträgen gewehrt wird. Die USA, der Iran, Simbabwe, China und Kamerun
hatten eine solche Anhörung abgelehnt. Der Iran und Simbabwe zählen zu
den schlimmsten Anti-Gay-Regimen weltweit. Präsident Mugabes
Regentschaft in Simbabwe hat eine lange Anti-Gay-Tradition und der
wiedergewählte iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad ist
mitverantwortlich für die Exekutionen junger schwuler Männer in seinem
Land. Auch Ägypten hat gegen die Anhörung der Gay-Organisationen
gestimmt.
Doch wahrhaftes Entsetzen hat die Ablehnung der USA ausgelöst, die sich
in solch einem Moment mit Staaten auf eine Stufe stellt, die als
Diktaturen gelten, und die sie im Zweifelsfall sanktionieren und
bekriegen würden. Amerikanische Gay-Rechtler sind fassungslos. Der
UN-Beraterstatus als Nichtregierungsorganisation ermöglicht Gruppen in
ihrem eigenen Namen zu sprechen. Diesen Berater-Status bekamen bereits
Sozial- und Arbeitsrechtsgruppen zuerkannt. Derzeit gibt es 2700
offiziell akkreditierte Nichtregierungsorganisationen in der UN.
Pluralität und Offenheit, die die UN normalerweise propagiert, haben
sich in diesem Fall trauriger Weise nicht durchgesetzt.

