Sechseinhalb Jahre wegen Missbrauch
Ein
35 Jahre alter Mann aus dem Raum Kassel wurde in einem nicht
öffentlichen Prozess vom Landgericht Fulda wegen Missbrauchs von
Minderjährigen zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Mann war
bereits im März letzten Jahres verhaftet worden.
Dem
Urteil liegen mehrere Vorfälle zugrunde. Zum einen betrachteten es die
Richter als erwiesen, dass der bereits einschlägig vorbestrafte Mann im
Ort Baunatal über mehrere Monate zwei 15-jährige Jungen zu
pornografischen Aktionen überredet haben soll. Als der Fall in Baunatal
öffentlich bekannt wurde, ein Vater hatte Anzeige erstattet, sei der
Mann laut "hr.online" nach Fulda gezogen, wo er kurze Zeit später mit
zwei 14-Jährigen einen Sexfilm produzierte. Für diesen Film seien ihm
bereits im Vorfeld 5000 US-Dollar aus den USA geboten worden. Der heute
35 Jahre alte Mann hatte nun während der Gerichtsverhandlung im
Landgericht Fulda erklärt, eine Beziehung zu den beiden 15-jährigen
Jungen aus Baunatal gehabt zu haben, für ihn sei es allerdings Liebe
gewesen. Zum Fall in Fulda gab er an, sich beim eigentlichen Filmdreh
im Nebenzimmer aufgehalten zu haben. Bei der Verhandlung hatte der
Staatsanwalt jedoch aus dem Gesetzbuch zitiert, dass die räumliche Nähe
bei Missbrauch nicht nötig sei. Massgeblich sei hier die psychische
Beeinflussung. Der Staatsanwalt hatte daraufhin, auch weil der Mann
Wiederholungstäter war, achteinhalb Jahre Gefängnis für den Angeklagten
gefordert. Zu sechseinhalb Jahren wurde der Mann schliesslich
verurteilt. Augenzeugenberichten zufolge habe der Richter erklärt, dass
der Mann immer nach demselben Muster vorgegangen sei. Erst habe er das
Vertrauen der Jugendlichen gewonnen, um es dann für seine eigenen
Zwecke auszunutzen. Er habe sich ausschliesslich Jungen im Alter
zwischen 13 bis 16 Jahren ausgesucht, die labil gewesen seien und noch
keine richtige Orientierung gehabt hätten. Dies habe der Verurteilte
schamlos ausgenutzt.
Staatsanwalt Harry Wilke hatte erklärt, dass der Mann bereits von
Dezember 2001 bis November 2002 sowie Ende des letzten Jahres Film- und
Bilddateien mit pornographischem Inhalt über die Internet-Tauschbörse
"KaZaA" feil geboten hatte. Kritiker glauben, dass man die Vorgänge in
Bunatal und Fulda hätte verhindern können, war doch die kriminelle
Vergangenheit des Mannes, der früher eine Kinder-Malschule betrieben
haben soll, bei der Polizei und den Gerichten bekannt.

