Gays: Blutspendeverbot in Südafrika
Nach
einem Beschluss des Blutspendediensts soll es künftig sexuell aktiven
Homosexuellen nicht mehr gestattet sein, Blut zu spenden. Ein
Entschluss, der heftigen Protest seitens der südafrikanischen
Homosexuellenrechtsorganisationen auslöst.
»Einem
homosexuellen Mann, der innerhalb der letzten fünf Jahre oralen oder
analen Verkehr, egal ob geschützt oder ungeschützt, hatte, ist es in
Zukunft verboten, Blut zu spenden.«, gab Dr. Robert Crookes, Chef des
südafrikanischen Blutspendediensts, am Donnerstag bekannt. Der Grund
für dieses Verbot soll das angeblich höhere HIV - Infektionsrisiko von
schwulen Männern sein.
Homosexuelleninitiativen sehen diese »Sicherheitsmaßnahme« jedoch als
Diskriminierung. Dawie Nel, ein Sprecher einer dieser Gruppen, meint,
es sei verständlich, dass der Blutspendedienst Absicherung zur
Gewährleistung der Sicherheit des Blutes will. Es sei jedoch unfair,
diese von der sexuellen Orientierung des Spenders abhängig zu machen.
Man solle lieber überprüfen ob die Spender Kondome verwenden oder nicht.
Die südafrikanische Schwulen- und Lesbenrechtsorganisation droht, Dr.
Crookes nun wegen Diskriminierung zu verklagen, eine andere Gruppe, die
Schwul - Lesbische Allianz, plant Streiks an Blutspendezentralen.
Trotz der sehr fortschrittlichen Verfassung der Südafrikanischen
Republik, welche die Gleichstellung Homosexueller mit Heterosexuellen
beinhaltet, ist dies nicht der erste Versuch des Blutspendediensts
schwulen Männern das Spenden zu verbieten. Allerdings wurde beim ersten
Mal das Spendeverbot aufgrund des Protests der Schwulenrechtsgruppen
wieder aufgehoben.

